Breuninger: Sansibar Talk mit Bettina Böttinger und Christoph Ingenhoven zum Kö Bogen 2

By Petra Dieners

„Ich suche immer nach dem Extra-Curriculären, also das, was das Briefing nicht beinhaltet,“ verrät uns der Weltstar-Architekt. Christoph Ingenhoven hat seit gestern sicherlich nicht nur einen neuen Fan!

Breuninger lädt zum Sansibar Talk ein. Moderatorin Bettina Böttinger, gebürtige Düsseldorferin interviewt Christoph Ingenhoven zum Kö Bogen 2 in der NRW Landeshauptstadt. Ein Projekt, das seit 1993 im Gespräch ist und sich jetzt im Bau befindet. Bei einem tollen Menü und Kerzenschein hören die Gäste gespannt zu.

Christoph Ingenhoven hat zum Kö Bogen 2 in Düsseldorf auch eine emotionale Bindung. Als Kind und später mit seinen Kindern war er oft am Platz vor dem Schauspielhaus. „Ich fand die Straßenbahnschleife hier schon immer komisch. Vor dem Krieg war dieser Ort in Düsseldorf eines der wunderbarsten Wohngebiete. Der Hofgarten war anders geformt. Der Wiederaufbau hat die Lesbarkeit der Stadt stark zerstört. Der Tausendfüssler war als Bauwerk schön , aber er war aus einer Zeit, wo wir mit Hochgaragen gespielt haben und als Autos und Tankstellen noch etwas ganz tolles waren. Man muss leider immer auch etwas zustören, um etwas neu zu gewinnen. Die Innenstadt war durch die Querverbindung zerschnitten.“

Der Architekt mit Weltruf ist einer der Begründer des nachhaltigen Bauens. Mit dem Konzept zum Kö Bogen 2 wird die Sichtbarkeit des Schauspielhauses aus der Innenstadt verbessert. Der Hofgarten wird bis an die Schadowstraße herangeführt. Heimat ist für Christoph Ingenhoven von ganz großer Bedeutung. Mehr als 100% der bebauten Fläche soll der Bevölkerung zurückgegeben werden. Der Kö Bogen 2 bekommt ein grünes Kleid. Auf der Sonnenseite wird ein begehbares Schrägdach mit Grünflächen angelegt, in dem sich Menschen ausruhen, erholen und sich treffen können. Wichtig ist dem Architekt dabei, dass es sich um Flächen handelt, die nicht kommerziell genutzt werden, sondern die wirklich ein Stück Heimat, Wohlfühloase, sind.

Drei der Fassaden sind komplett begrünt. Auf der Rückseite des Gebäudes wird eine 4000m lange Buchenhecke angelegt.

Auf die Frage, ob er sich auf die endgültige Fertigstellung freut, antwortet Christoph Ingenhoven sehr symphatisch mit gemischten Gefühlen : „Einerseits freue ich mich auf den Tag, aber andererseits liebe ich die Baustelle.“

Weiter erzählt er uns über sein Mega-Projket in Singapore. Den Gebäude Komplex habe ich während meines Aufenthalts in Singapore Anfang Januar gesehen, wusste aber gar nicht, dass Christoph Ingenhoven der Architekt ist.

Marina One ist das größte Gebäude des Stadtstaates Singapore mit eine bebauten Fläche von 400.000 qm. Auch bei dieser Herausforderung hat er das Extra-curriculäre gesucht. Niemand hat um Grünflächen gebeten. „Wir haben für die 4. Etage einen Podiumsgarten und zusätzliche Grünflächen auf dem Dach entworfen. Da das Tropenklima erträglicher ist, wenn ein leichter Wind weht, haben wir die Luftströmung durch die Architektur entsprechend beeinflusst. “

Ein sehr schöner Abend mit interessanten Einblicken in die Architektur der Zukunft, über die Versäumnisse des Städtebaus in Deutschland im internationalen Vergleich, zu Hintergründen über den „Chaos-Bau“ Stuttgart 21 und über nachhaltiges Bauen.

Bettina Böttinger hat ein tolles, fundiertes Interview geführt und hat den Düsseldorfern versprochen, auf jeden Fall nach Düsseldorf zurückzukehren. Denn das Familiengrab befindet sich auf dem Nordfriedhof …

“ Der Name „Ingenhovental“ ist nicht von uns gemacht und wäre auch nicht unbedingt nötig gewesen“, antwortet der Architekt auf die letzte Frage.

Christine Mankel im Gespräch mit Birgit Kaiser-Hamlemann (Breuninger)

Ich freue mich Sabine Saxler und Susanne Lixfeld wiederzusehen!

Euch einen schönen Abend!

 

 

 

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1 Thought to Breuninger: Sansibar Talk mit Bettina Böttinger und Christoph Ingenhoven zum Kö Bogen 2

  1. Hamelmann Birgit Antworten 2. Februar 2018 at 23:26

    Super liebe Petra! Danke für den tollen Bericht.

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