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Ein Interview, das mich berührt hat: Anna und Stephan Schneider – BRAUKSIEPE GOLDSCHMIEDEMANUFAKTUR – DAS GOLD DER MEISENBURG

By Petra Dieners

 

2017-03-27-Innen

„Anna ist zu Tränen gerührt als ich ihr offenbare, dass ich meinen gut dotierten Job aufgebe und alles auf eine Karte setze, um die Brauksiepe Goldschmiedemanufaktur an diesem Standort mit ihr zu erschaffen“, erzählt Stephan Schneider. Anna und Stephan Schneider führen mit großer Leidenschaft eine in vieler Hinsicht außergewöhnliche Goldschmiedemanufaktur. Glaubwürdigkeit und Transparenz sind beiden sehr wichtig!

Stephan Schneider, Sohn eines Juweliers und Uhrmachermeisters, ist geprägt durch die Selbständigkeit seiner Eltern und den Umgang mit schönen Dingen wie Schmuck und Uhren. Um sich als 15 jähriger Geld für ein Mofa zusammenzusparen, erledigt er für seine Eltern Botengänge und bewundert schon als Jugendlicher die filigrane Arbeit der Goldschmiedemeister. Als Dankeschön erhält er ein Kettchen mit einem Bicolor Motorradanhänger. Stephan hatte schon immer ein Faible für Form und Farbe. Es machte ihn „mega“ stolz, dass er die Schaufensterdekoration des elterlichen Geschäfts schon als junger Mensch übernehmen durfte. Seine Leidenschaft für schöne Motorräder und tolle Autos kamen hier in Form von auf Hochglanz polierten kleinen Modellen zum Tragen.

Anna macht während ihrer Schulzeit ein Praktikum als Goldschmiedin. Ihr Chef erkennt das große Talent und bietet sofort einen Ausbildungsplatz an. Obwohl man damals zunächst fünf Jahre als Geselle/in arbeiten musste, bestätigt ihr die Meisterschule, dass ihr Gesellenstück bereits ein Meisterstück ist, was mit der Note 1 benotet worden wäre. Anna darf durch eine Sondergenehmigung sofort mit der Meisterschule beginnen und wird jüngste Goldschmiedemeisterin Deutschlands!

„Ich glaube nicht an Zufälle im Leben! Ich bin ein gläubiger Mensch“, sagt Stephan.  Auf einem Autobahnparkplatz lernen sich die beiden allerdings durch einen Zufall kennen!

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Wann wurde die BRAUKSIEPE GOLDSCHMIEDEMANUFAKTUR gegründet?

Anna: Nach meiner Ausbildung wollte ich mich sofort selbständig machen. Meine Eltern richteten mir bei uns zu Hause in einem Fachwerkhaus in Burgaltendorf ein Atelier von 30qm ein. Klein, aber sehr edel und fein.

Stephan: Ich habe eine kaufmännische Ausbildung bei der Tengelmann Unternehmensgruppe gemacht und bin dort von Anfang an sehr gefördert worden. Ich habe ein sogenanntes Traineeprogramm absolviert und bin dann in die Marketing- und Vertriebsabteilung gewechselt. Die Tengelmann Unternehmensgruppe war damals noch ein familiengeführtes Unternehmen. Man legte sehr viel Wert darauf, dass niemand trotz steiler Karriere abhob.

Nach weiteren Stationen war ich bei einer großen Werbeagentur und habe das Projektmanagement übernommen. Ich habe unglaublich viel gearbeitet, ich war nur unterwegs und hatte überhaupt kein Privatleben und keine Hobbies.

Ich war fasziniert von dem tollen Schmuck, den Anna fertigt und welchen Kundenstamm sie sich aufgebaut hatte. Bisher war ich an dem Business meiner Frau überhaupt nicht beteiligt, mit Ausnahme von Events, zu denen ich sie begleitet habe.

Anna stellte eine Auszubildende ein, das kleine Unternehmen wuchs und meine Frau wollte sich räumlich verändern. Ich kam an einen Punkt und fragte mich, ob ich die bisherige Tätigkeit jetzt die nächsten 30 Jahre so weitermachen wollte und mir wurde klar, das möchte ich nicht.

 

Wie ist es zu dieser Location auf einem Hinterhof mitten auf dem Land gekommen?

Stephan: Ich hatte einen Termin hier in der Nähe der Meisenburg für einen Werbemittelkatalog. Ich fuhr hier entlang und habe mir gedacht, das ist eine total schöne Ecke hier und dieser Hof ist zauberhaft! Ich habe sofort meine Frau angerufen:  Anna, ich habe eine Idee! Wir machen hier einen Laden! Wir machen das! Am nächsten Tag habe ich schon gleich die Eigentumsverhältnisse eruiert.

Das war eine große Herausforderung! Wir konnten uns nicht mit fremden Markennamen schmücken, die uns vielleicht relativ schnell eine Aufmerksamkeit beschert hätten. Aufgrund meiner bodenständigen Erziehung wusste ich, ich kann auch mit sehr wenig auskommen und ich hatte eine klare Vision. Ich tue alles, um das erfolgreich zu machen. Meine  Freunde und Kollegen haben mich für verrückt erklärt, dass ich bereit war  mich von meiner „luxuriösen Welt“ von jetzt auf gleich zu trennen, um diesen Start zu finanzieren. Wir haben das alles hier ohne fremde Mittel geschaffen. Ich habe mein altes Leben komplett aufgegeben, alles Mögliche verkauft und habe ein sehr, sehr sparsames Leben geführt. Wir haben jeden Euro umgedreht, Altersvorsorgen gecancelt bzw. ausgesetzt. Ich habe von meinen Eltern gelernt, dass ich nur das ausgeben kann, was ich besitze. Dennoch wollte ich es aber hier von Anfang an richtig schön haben. Aber glaubwürdig und transparent. Mich kann man beim Wort nehmen.

 

Das Gebäude der Meisenburg war in einem abrissreifen Zustand. Neuer Dachstuhl, neues Dach.  Das Konzept war schnell klar: Wir zeigen das Handwerk, wir haben uns zugetraut ohne Innenarchitekt alles selbst zu gestalten, was uns beide ausmacht. Ich habe viele Sonntage in dicker Jacke hier verbracht und habe gezeichnet und mir Gedanken gemacht, wie es hier aussehen soll, während Anna den Schmuck gebaut hat. Die Gäste, die heute hier hereinkommen, erleben uns beide, unsere Handschrift und unseren Lebensstil. Deshalb u.a. auch die alten Zweiräder als Dekorationsstücke im Verkaufsraum.

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Warum heißt die Firma BRAUKSIEPE GOLDSCHMIEDEMANUFAKTUR und nicht Schneider?

Stephan: So viel zur Glaubwürdigkeit: Das Logo war erstellt, alles war fertig und die Firma sollte Schneider heißen. Jeder Goldschmied verewigt sich in seinem Schmuckstück mit seinem Meisterstempel. Der Meisterstempel als Anna geborene Brauksiepe ist das AB. Insofern wäre es fatal gewesen, ihre damaligen Kunden vor den Kopf zu stoßen mit einer neuen Räumlichkeit, mit einer neuen Person und dann auch noch mit einem neuen Namen. In der Geschäftsleitung bei Porsche heißt heute auch keiner mehr Porsche. Da gab es wieder Freudentränen!

Anna: Ich war so gerührt! Mein Mann gibt nicht nur seinen tollen Job auf, sondern belässt der Goldschmiede auch seinen Namen, obwohl wir das jetzt zu zweit machen.

Auf dem Gebäude steht ein Schild: „DAS GOLD DER MEISENBURG“. Die Meisenburgstraße verbindet die bekannten Stadteile Essen-Kettwig und Essen-Bredeney miteinander. Die Meisenburg ist eine ehemalige historische Dampfkornbrennerei von 1815. Zu einem späteren Zeitpunkt wurde hier ein Likör gebrannt, dieser nannte sich „Goldquell der Meisenburg“. Da liegt es relativ nahe, dass wir den Namen des Goldschmieds neue belegen und es das Gold der Meisenburg nennen. In all dem was wir tun, ist uns das Thema Glaubwürdigkeit und Transparenz äußerst wichtig. Wir möchten uns nicht mit fremden Federn schmücken, darum halten wir auch fest an der Linie:  Wir bleiben Goldschmiede.

Wir bekommen sehr viele Anfragen von vielen namenhaften Schmuck-und Uhrenmarken. Aber wenn wir diese Marken aufnehmen würden, wären wir keine Goldschmiede mehr, sondern ein Juwelier. Ich möchte keinem Juwelier zu nahetreten, aber das ist eine andere Liga.

 

Wie groß ist Euer Team jetzt?

Anna: Wir sind zusammen 14 inklusive Auszubildende.

 

Wie kann man sich Euer Sortiment vorstellen?

Anna: Ich fertige nicht jeden Ring in Silber und in Rotgold, obwohl das möglich wäre. Die Silberschmucklinie ist ein Hauch jünger, ein Hauch rockiger und auch stylisher!

Die Rotgold- und Weißgoldinie ist etwas klassischer, aber immer mit Pfiff und Pepp. Diese Werte sind beständiger. Einen Silberring kauft man sich mal wie einen tollen Schal, aber edlere Schmuckstücke müssen zeitbeständiger sein. Wir bieten sehr viel Farbedelsteine an und wir machen viel mit Brillanten. Perlen sind auch ein großes Thema. Rotgold ist nach wie vor  sehr im Trend.

Der Schmuck trägt meine Handschrift, dennoch ist mein Mann sehr kreativ und gibt mir Input und auch meine Mitarbeiterin, mit der ich sehr eng zusammenarbeite. Sie macht bei uns das Marketing und ist gelernte Goldschmiedin. Die perfekte Kombination!

Unser Sortiment ist ständig im Wandel und wir fertigen immer neue Designs, aber natürlich können wir auch etwas reproduzieren, wenn jemandem im Katalog etwas gefallen hat, was jetzt ausverkauft ist.

 

Kann ein Kunde zu Euch kommen und Schmuck umarbeiten lassen?

Anna: Das ist unser Hauptthema. Viele kommen und haben Schmuck geerbt, tragen ihn nicht oder der Schmuck ist nicht mehr zeitgemäß. Wir nehmen das Gold an und fertigen daraus wiederum nach Absprache mit dem Kunden ein neues Schmuckstück.

 

Ich habe gelesen Ihr sponsert ein Reitturnier?

Stephan: Wir haben schon viele tolle Events hier in der Meisenburg veranstaltet. Ein Event mit tollen Autos, Sterneköche, die hier gekocht haben, wir hatten Banken hier, die ihre Topgäste eingeladen haben, ein Klavierkonzert mit einem bekannten Pianisten. Das alles macht die Location hier so besonders. Es ist jede Reise wert uns hier auf dem Hof zu besuchen. Das ist einfach einzigartig, sonst wäre auch die Vogue nicht auf uns aufmerksam geworden. Wir sind eine Goldschmiede, die sich in ihrer Formensprache klar positioniert, dabei ein so facettenreiches Sortiment anbietet und so eine Vielfalt an Möglichkeiten präsentiert. Das ist in Deutschland außergewöhnlich und das „von bis“. Bei uns kann man einen Silberring ab EUR 120,– kaufen.

So nun zum Sponsering: In dieser Umgebung gibt es extrem viele Stallungen und Reitschulen. Der Dressursport ist sehr graziös. Das Reitturnier „Ü35 CUP“ passt genau zu unserer Zielgruppe. Wir sind Hauptsponsor dieses Reitturniers. Es gibt dazu eine eigene Web- und Facebookseite. Das kommt sehr gut an. Zum Thema Glaubwürdigkeit: Wir werfen hier nicht einfach nur Geld hinein, sondern wir lassen es uns auch nicht nehmen jeden Teilnehmer zu begrüßen und zu beglückwünschen, wenn es irgendwie zeitlich möglich ist dabei zu sein.

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Wie definiert Ihr Stil?

Anna: Stil ist für mich eine Verbindung zwischen Formen und Farben.

Stephan: Stil ist für mich etwas ganz Wechselhaftes. Stil verändert sich jeder Zeit. Es gibt Menschen, die sagen, sie sind sehr stilsicher, weil sie die Möglichkeit haben, sich immer wieder auf eine neue Situation einzustellen.

 

Was ist Euer persönlicher Lieblingsstil in Sachen Kleidung?

Anna: Klassisch modisch.

Stephan: Ich liebe die konservative moderne Ausrichtung und das sehr facettenreich!

 

Was würdet Ihr nie tragen?

Stephan: Einen Rock.

Anna: Es gibt Farben, die ich nie tragen würde. Ich mag eigentlich rot, aber ich würde rot nicht tragen.

 

Was sind Eure Laster / Fehler?

 Anna: Ich plappere schnell mal dazwischen…

Stephan: Wir sind sehr, sehr pingelig. Aber das kommt unseren Gästen zugute!

 

Was ist Euer Motto?

Dankbar sein für jeden Tag!

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Ich konnte es mir nicht nehmen lassen, nochmals kurz ein tolles Schmuckstück anzulegen… Euch einen sonnigen Tag! 🌞🌸🌞

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